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Interview Axel Arigato

Die schwedische Brand Axel Arigato expandiert erstmals nach Deutschland.
Das 2014 gegründete Label zeigt die aktuelle Sneakers- und Fashion-Kollektion in seinem neuen Store im Alsterhaus. Inspiriert von Extremen und Kontrasten schafft Axel Arigato dort einen faszinierenden Ort.

Photo: Josephine Laul

Im Interview erzählen die Gründer von Axel Arigato, Max Svärdh und Albin Johansson, unter anderem von der Entstehungsgeschichte, von wichtigen Inspirationsquellen und dem Balanceakt zwischen der Online- und Offline-Welt bei der Gründung eines international erfolgreichen Unternehmens.

Wie kam es zur Gründung Ihres eigenen Labels und was ist die Geschichte hinter dem Namen?
Albin Johansson: Wir sind beide in Göteborg groß geworden. Wenn man, wie Max und ich, ähnliche Interessen hat, ist man hier dazu bestimmt, sich früher oder später zu begegnen. Wir hatten beide Erfahrung im Retail gesammelt und uns war aufgefallen, dass es eine Marktlücke im Sneakers-Segment für qualitativ hochwertige Produkte zu einem erschwinglichen Preis gibt. So kam die Idee zu Axel Arigato!

Max Svärdh: Den Namen hatten wir gewählt, weil wir anfangs nicht mit unseren Gesichtern für das Label stehen wollten. Axel Arigato sollte also eine mythische Figur darstellen, die auch noch lange nach uns weiterleben würde. Axel klingt nach unseren schwedischen Wurzeln und Arigato ist angelehnt an die minimalistische Kultur Japans, die meinen Designprozess stark beeinflusst.

Sie arbeiten erfolgreich als Duo. Inwieweit spiegelt sich diese Zusammenarbeit in Ihrem Business wider?
Albin Johansson: Die Zusammenarbeit erweckt unsere besten Ideen zum Leben. Die gemeinsame Vision für die Brand hat es uns ermöglicht, ein Unternehmen aufzubauen, das ein Inkubator für neue und zukunftsorientierte Ideen ist.

Max Svärdh: Wir gehen produktiv mit unserer Zeit um und haben Vertrauen in unsere Entscheidungen. Wenn man gemeinsam ein Unternehmen aufbaut, baut man auch Vertrauen zueinander auf. Das ist die Grundlage, um weiterhin gemeinsam Risiken einzugehen. Und das spiegelt sich bei Axel Arigato durch unsere weiterhin einzigartigen Ansätze wider – von unserem Drop of the Week bis hin zu unseren saisonunabhängigen Kollektionen. Die Regeln neu zu schreiben, war ein Risiko, aber für uns hat es sich gelohnt.

Schweden ist weltweit für innovative, moderne und klassische Mode bekannt. Inwiefern beeinflusst Ihre Heimat die Ästhetik in Design und Branding?
Max Svärdh: Göteborg ist die zweitgrößte Stadt Schwedens und im Vergleich zu Stockholm zwar wesentlich entspannter, aber trotzdem sehr urban. Die schwedischen Jahreszeiten können ziemlich extrem sein, daher ging es uns bei den Kollektionen immer um den Entwurf von Pieces, die sich an Umwelteinflüsse anpassen. Deine Umgebung sollte dich nicht einschränken, sondern dich dazu ermutigen, sie zu erkunden.

Welche Inspirationsquellen fließen außerdem in Ihre aktuelle Kollektion mit ein?
Max Svärdh: Eine Inspiration ist die Vergangenheit, aber das, worauf es der Marke ankommt, ist und bleibt die Energie der nächsten Generation. Ich lasse mich gerne von zeitgenössischer Kunst und Musik, modernem Design und unserer Community inspirieren – und verschmelze diese Elemente zu einer kohärenten Vision.

Erzählen Sie uns mehr über die Pieces der neuen Kollektion, die es nun im Alsterhaus zu sehen gibt.
Max Svärdh: Es ist eine Kombination aus Schuhen und Kleidung, die Axel Arigato perfekt verkörpert. Es gibt eine umfassende Auswahl an Loungewear in der Farbpalette der aktuellen Saison sowie vielseitige Silhouetten.

Was war die Idee hinter dem Design der Räume?
Max Svärdh: Wir haben brutalistische Elemente einbauen lassen, um das schlichte Design unserer Sneakers hervorzuheben. Wir wollen, dass unserer Stores mehr als nur ein Ausstellungsort für Sneakers sind, wir wollen Orte schaffen, an denen unsere Kund*innen wirklich mit unserem Produkt interagieren können.

Warum expandiert das Label nach Deutschland und wieso gerade in Zusammenarbeit mit dem Alsterhaus?
Albin Johansson: Wir haben Deutschland schon seit einigen Jahren auf dem Radar und auf die richtige Gelegenheit gewartet, um physisch zu expandieren. Wir sind der Meinung, dass der Alsterhaus einer der besten Partner im europäischen Raum ist und freuen uns sehr auf die kommenden Jahre.

Wodurch stechen die Styles von Axel Arigato in dem so wettbewerbsintensiven Markt für High-End-Sneakers heraus?
Max Svärdh: Wir haben uns den Ruf erarbeitet, für qualitativ hochwertige und modebewusste Sneakers zu stehen, die nahtlos verschiedene Welten verbinden, die Übergang schaffen zwischen Tag und Nacht, Berufs- und Sozialleben. Axel Arigato ist außerdem so viel mehr als nur das Produkt.

Albin Johansson: Wir bleiben unseren Kernwerten treu und möchten unsere Kund*innen immer wieder aufs Neue begeistern. Wir glauben, dass wir dadurch das Interesse aufrechterhalten können – für Fashion und anderes. Wenn die Pandemie vorbei ist, wollen wir auf jeden Fall mit unseren Events durchstarten, vor allem in Deutschland!

Welcher wichtige Moment in Ihrer Karriere ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Albin Johansson: Als ich das erste Mal unsere Sneakers außerhalb von Schweden gesehen habe.

Max Svärdh: Als wir unseren ersten Store in Soho, London eröffnet haben.

Eine Welt ohne das Internet als Medium für Werbung und Marketing ist beim Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens nicht mehr vorstellbar. Wie schaffen Sie die Balance zwischen digitalen (Website, Instagram, Tiktok) und physischen Möglichkeiten (Shoperöffnungen, Events), um mit Kund*innen in Kontakt zu treten?
Max Svärdh: Wir haben unser Business online gestartet und dadurch eine loyale Community aufgebaut. Trotzdem fängt der physische Raum ein, was ein Bild nicht einfangen kann. Durch unsere Shops und Events können wir die DNA von Axel Arigato direkt an unsere Kund*innen vermitteln und ein Erlebnis schaffen, das bleibt.

Albin Johansson: Wenn es Social Media nicht gäbe, wären wir nicht die Brand, die wir heute sind. Es kann schwierig sein, mit den schnellen Veränderungen auf den einzelnen Plattformen Schritt zu halten. Deshalb sind wir auch um einen ständigen Austausch mit unseren Followern bemüht.

Inwiefern bemüht sich die Brand um eine nachhaltige Produktion?
Albin Johansson: Wir überarbeiten alles, was wir tun – von der Herstellung bis hin zur Auslieferung an unsere Kund*innen. Anfang 2021 werden wir unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht fertigstellen. Das ist für eine Brand unserer Größe wirklich selten. Wenn dieser fertig ist, werden wir die Bereiche angehen können, in denen wir uns am meisten verbessern können, wir wollen uns immer neu herausfordern. Wir müssen aber trotzdem bescheiden bleiben, denn so etwas ist komplizierter als man denkt. Zum Glück gibt es mittlerweile einen generellen Fokus auf Nachhaltigkeit und es wird viel investiert.

Was können wir in Zukunft von Axel Arigato erwarten?
Albin Johansson: Das Gleiche wie bisher, nur besser und mehr davon.Max Svärdh: In jeder Hinsicht überrascht zu werden, egal ob es sich um Produkt, Image oder Event handelt.

Besuchen Sie Axel Arigato in unserem Men’s Department.