Am 24. April 2012 wurde das Alsterhaus 100 Jahre alt. In seiner bewegten Geschichte hat das Haus am Jungfernstieg viel erlebt.
Als das „Warenhaus Hermann Tietz“, das später zum Alsterhaus wurde, am 24. April 1912 eröffnete, war dies Stadtgespräch. Schon die alte Tietz-Filiale, die seit 1897 bestand, war ein besonderes Warenhaus. Ein so modern ausgestattetes Gebäude mit seiner Lichterpracht und das vielfältige Angebot auf 5.200 Quadratmetern – dafür begeisterten sich die Hamburger. Und das neue Warenhaus war nun noch großartiger.
Es gab dort erlesene französische Hutschöpfungen, maßgefertigte Kleider, Sonnenschirme aus reiner Seide, Orientteppiche, Bücher und vieles mehr. Im „Warenhaus Herrmann Tietz“ trat nun aber auch das Thema Dienstleistungen noch stärker in den Mittelpunkt. Diese Annehmlichkeiten waren den meisten Kunden bis dahin nicht bekannt. Ihnen standen jetzt ein Erfrischungsraum, ein Schreibzimmer und sogar ein Lesesaal zur Verfügung. Absolut überwältigend war die neue, große Lebensmittelabteilung mit Frischfleisch, Fluss- und Seefischen sowie Früchten und Delikatessen aus der ganzen Welt. Das „Warenhaus Hermann Tietz“ wurde zu einer Hamburger Institution. Der Weg zum Alsterhaus in seiner heutigen Form war noch lang, aber der Anspruch an Modernität und Qualität, den das Ursprungshaus hatte, ist bis heute Maßstab geblieben. Zwei Weltkriege hat das Alsterhaus architektonisch nahezu unversehrt überstanden.
Die jüdische Familie Tietz musste jedoch wie viele andere auch vor den Nazis ins Ausland fliehen. Systematisch war ihr Warenhaus von Politik und Wirtschaft des NS-Regimes in den Ruin getrieben worden. Nach dem Krieg einigten sich die Erben 1949 mit dem neuen Besitzer des Hertie-Konzerns auf einen Vergleich. Das Alsterhaus profitierte vom Wirtschaftswunder der 1950er Jahre und konnte seine führende Position als gehobenes Warenhaus schnell wieder zurückgewinnen. In den 1960ern vergrößerte sich das Haus um ein Viertel auf 19.000 Quadratmeter. 1983 wurde dann die Innenarchitektur für 40 Millionen D-Mark innerhalb von sechs Monaten komplett umgestaltet. Zum 75. Jubiläum 1987 besuchten Prince Charles und Lady Diana das Alsterhaus und wurden königlich empfangen. Im Jahr 2000 schließlich begannen die ersten Planungen zum jüngsten Umbau des Hauses. Im November 2004 konnten die Hamburger die Fassade am Jungfernstieg zum ersten Mal betrachten. Mit 7,50 Meter Höhe ist die Fensterfront eine der höchsten Deutschlands.
In 2005 wurde das Haus ein zweites Mal wiedereröffnet und seitdem kontinuierlich als internationaler Departmentstore weiterentwickelt.
Heute präsentiert sich das Alsterhaus auf 24.000 Quadratmetern in einem exklusiven Ambiente aus historischer Bausubstanz und modern gestalteter Innenarchitektur. Es bietet seinen Gästen ein einzigartiges Einkaufserlebnis mit internationalen Marken und zuvorkommendem Service.
Das Alsterhaus ist ganz selbstverständlich ein Stück Hamburg. Seit 100 Jahren und auch in Zukunft!